Bakterien im Blut, Blutvergiftung (Sepsis)

Eine Blutvergiftung ist in der Medizin auch als sogenannte „Sepsis“ bekannt und beschreibt eine Entzündungsreaktion des Körpers auf eine Infektion, welche sich über das Blut auf den ganzen Körper ausbreitet. Das Wort „Vergiftung“ wird in diesem Fall in Deutschland für diese Krankheit irreführend verwendet, denn eigentlich handelt es sich um eine Immun-Abwehrreaktion des Körpers. Die Blutvergiftung entsteht nicht durch das Eindringen von Krankheitserregern ins Blut, sondern durch die Reaktion des Körpers auf genau diese.


Bakterien im Blut, Blutvergiftung (Sepsis)


Im Regelfall sind es Bakterien, die ins Blut gelangen und die Blutvergiftung auslösen. In seltenen Fällen Viren oder andere Krankheitserreger. Bei der Blutvergiftung versucht sich der Körper gegen die Erreger zu wehren. Allerdings schadet die Abwehr des Körpers nicht nur den Erregern im Blut, sondern dem gesamten Kreislauf und des Immunsystem des Körpers. Eine Blutvergiftung ist eine schwere und zugleich eine ernstzunehmende Erkrankung, welche schnellstmöglich behandelt werden sollte. Bei einer Blutvergiftung wird in verschiedenen Schweregraden unterschieden.

Formen von Blutvergiftungen – Blutvergiftung erkennen

Bei einem Fund von Bakterien im Blut ist nicht sofort davon auszugehen, dass man eine Blutvergiftung hat. Durch Verletztungen oder einfachen Entzündungen am Zahnfleisch können kleine Mengen von Bakterien in Blut gelangen. Mit dieser geringen Menge kommt unser Körper jedoch mit Leichtigkeit zurecht, solange das körpereigene Immunsystem intakt ist.

Symptome einer beginnenden Blutvergiftung

  • Eine Abweichung der Körpertemperatur nach unten oder oben (<36°C oder >38°C)
  • ein erhöhter Puls (>90 Schläge/Minute)
  • eine erhöhte Atemfrequenz (>20Atemzüge/Min)
  • eine Abweichung in der Anzahl der weißen Blutkörperchen im Blut ( Leukozyten) (<4000/µL o. >12.000/µL)

Sind diese Punkte erfüllt spricht man von einer Anfangsform der Sepsis (Blutvergiftung) mit dem Namen SIRS (Systemic Inflammatory Response Syndrome).

Anfangsform einer Sepsis – SIRS (Systemic Inflammatory Response Syndrome)

Sind die Symptome einer SIRS (Systemic Inflammatory Response Syndrome) bzw. einer Blutvergiftung im Anfangsstadium festgestellt, unterscheidet man zwischen einer leichten Blutvergiftung und einer schweren Vergiftung im Blut. Ist die infektiöse Ursache für eine Sepsis gefunden ist in der Medizin von einer leichten Blutvergiftung die Rede. Sind Organe durch die Sepsis betroffen wird von einer schweren Blutvergiftung gesprochen. Durch den körpereigenen Kampf gegen die Eindringlinge in den Körper und den stark erniedrigten Blutdruck können Blutgerinsel an Organen entstehen. Die Gefahr an den Folgen einer schweren Sepsis zu versterben, beträgt etwa 47 Prozent.

Septischer Schock führt zum Tod

Kann der gesunkene Blutdruck durch die Abwehr gegen die Blutvergiftung nicht mehr auf einem ausreichenden Niveau gehalten werden, spricht man von einem „septischen Schock“. Dieses Endstadium einer Blutvergiftung gefährdet konsequenterweise die Blutversorgung von lebenswichtigen Organen und führt bei mehr als der Hälfte der betroffenen Personen zum Tod.

Ursachen einer Blutvergiftung

Im Prinzip kann jede Infektion bzw. jede offene Wunde zu einer Blutvergiftung führen, muss jedoch nicht sein. Gezielt vorbeugen lässt sich einer Blutvergiftung nicht. Grundsätzlich ist es jedoch ratsam jede Infektion – auch wenn sie zunächst harmlos erscheint – frühzeitig durch einen Arzt behandeln oder ansehen zu lassen. Ein Urinkatheter aber auch ein entzündeter Blinddarm kann zu einer Blutvergiftung führen. Am häufigsten sitzt der Herd der Erregerquelle in der Lunge, im Bauchraum, den Harnwegen, in der Haut, an Knochen und Gelenken oder den Zähnen.

Diagnose und Feststellung einer Blutvergiftung

  • Durch einen mikrobiologischen Nachweis von Erregern kann man eine Blutvergiftung nachweisen. Dies kann durch eine Blutprobe oder durch eine Urinprobe erfolgen.
  • bestimmte Veränderungen im großen Blutbild: Leukozytenzahl (weiße Blutkörperchen) entweder erhöht (≥ 12.000/ µL) oder erniedrigt (≤ 4.000/ µL) oder ≥ zehn Prozent unreife Neutrophile (Untergruppe der weißen Blutkörperchen)
  • Anstieg der Entzündungsparameter CRP (C-reaktives Protein) oder Pro-Calcitonin.
  • Fehlerhafte Organfunktionen.
  • Zudem tragen das Erkennen der allemein bekannten Symptome wie oben angegeben zur frühzeitigen Diagnose einer Sepsis bei.

Behandlung einer Blutvergiftung (Sepsis)

Eine Blutvergiftung wird in der Medizin durch einen chirurgischen Eingriff oder durch Medikamente behandelt. Die Behandlung einer Blutvergiftung beginnt jedoch immer mit der Suche nach der Infektionsquelle.

Behandlung einer einfachen bzw. leichten Blutvergiftung

Bei einer einfachen Blutvergiftung ist ein Aufenthalt im Krankenhaus nicht zwingend notwendig. In diesem Fall reicht es die Infektionsquelle zu beseitigen und eine Therapie mit Antibiotika zu beginnen, da meistens leichte Bakterien für eine Blutvergiftung verantwortlich sind.

Behandlung einer schweren Blutvergiftung im Krankenhaus

Bei einer schweren Blutvergiftung müssen zusätzlich zur Beseitigung der Infektionsquelle und einer Antibiotikatherapie auch die eingeschränkten Organfunktionen beachtet werden. Bei diesem gefährlicheren Sepsis-Verlauf ist eigentlich immer die Ausstattung einer Intensivstation notwendig.

Wie folgt wird im Krankenhaus mit einer schweren Sepsis umgegangen.

  • die Einnahme gerinnungshemmender Medikamente zur Vorbeugung von Blutgerinnseln.
  • bei Bedarf eine blutzuckersenkende Insulintherapie.
  • die Unterstützung der Funktion in Mitleidenschaft gezogener Organe.
  • bei Bedarf den Ersatz von Blutzellen und Plasma per Transfusion.
  • den Ersatz von Flüssigkeit per Infusion und eventuell Nährlösungen.

Info: Neuere Therapien mit künstlichen Antikörpern (Immunglobulinen) können in schweren Fällen erwogen werden. Es fehlt allerdings noch an Wissen, welche Antikörper bei welcher Form der Sepsis am wirkungsvollsten sind.

Behandlung und verhindern eines septischen Schocks

Während der Behandlung einer Blutvergiftung gibt es immer noch das Risiko eines septischen Schocks, bei welchem die Hälfte der Patienten den Tod erleidet. Grund für diesen septischen Schock ist ein zu geringer Blutdruck, welcher langfristig dafür sorgt, dass Organe nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden können. So genannte vasopressorische (gefäßverengende) Substanzen erhöhen den Blutdruck, wenn er durch ein septisches Schockgeschehen abgesunken ist.

Folgeschäden einer Blutvergiftung

Viele Patienten leiden auch nach der Entlassung aus dem Krankenhaus noch unter Spätfolgen der Blutvergiftung wie Nervenschäden (Polyneuropathien), Muskelschwäche oder posttraumatischem Stress, sowie an Depressionen.


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