Entschlacken oder Entgiften?

Immer wieder ist vor allem in Zeitschriften die Rede vom Entschlacken und von Entschlackungskuren. Und ist überhaupt entschlacken und entgiften das selbe? Dem gehen wir in diesem Artikel auf die Spur und erklären beide Begrifflichkeiten.


Brennnesselspinat, © Hetizia - Fotolia.com


Kennen Sie den Unterschied zwischen den beiden Begrifflichkeiten Entschlacken und Entgiften? Im heutigen Sprachgebrauch versteht man unter den beiden Begriffen das selbe, jedoch zeigen wir Ihnen in diesem Artikel den kleinen aber feinen Unterschied zwischen den beiden Wörtern.

Was versteht man unter Entschlackung?
Die sogenannte Entschlackung wird in der anerkannten und heutigen Medizin als eine therapeutische Maßnahme umschrieben, um Stoffwechselprodukte des Körper vermehrt auszuscheiden. Dies geschieht laut deren Meinung durch Schwitzkuren, Rohkost, Abführmittel, Blutreinigungsmittel, Trinkkuren oder durch Heilfasten. Einige dieser Methoden sind in ihrer Wirksamkeit alles andere als unumstritten. Vielmehr scheint unter den Medizinern und Ernährungswissenschaftlern die Meinung zu herrschen: Hilft es nicht, schadet es zumindest auch nicht. Laut dem deutschen Duden bezeichnet das Wort Schlacke einen “Rückstand beim Verbrennen, besonders von Koks” – so etwas liegt im menschlichen Körper allerdings bekanntlich nicht herum. Auch die anderen Abfallprodukte und Giftstoffe, die bei unserem Stoffwechsel übrig bleiben, werden gewöhnlich zuverlässig von Niere und Darm abtransportiert. Beim Entschlacken versuchen wir also Stoffwechselrestprodukten (Schlacken) aus dem Körper aktiv zu entfernen oder die Reduzierung zu fördern, zudem werden die Organe mit wichtigen Elementen und Nahrungsergänzungsmitteln versorgt, um besser arbeiten zu können.

Entschlackungskuren werden natürlich und aktiv ausgeführt. Es wird der Darm geleert und über einen längeren Zeitraum viel getrunken. Viele überzeugte Heilfaster praktizieren eine Kur zur Entschlackung jede paar Monate, um den Körper zu reinigen und laut eigenen Aussagen wieder ins Gleichgewicht zu bringen oder zu entlasten. Wissenschaftlich belegt werden konnten diese Aussagen jedoch nicht. Der Körper wird jedoch in der Zeit nicht von chemischen Stoffen belastet, die sich leider in unseren Lebensmitteln im Supermarkt nur zu oft befinden. Deshalb kann man mit Sicherheit problemlos sagen, dass eine Entschlackungskur bei der richtigen Durchführung keinen negativen Beigeschmack hat und eine negative Auswirkung auf den menschlichen Körper ausgeschlossen ist. Voraussetzung ist natürlich, dass der Körper keine Krankheiten aufweist. Informieren Sie sich am besten bei Ihrem Arzt und erkennen Sie Warnsignale Ihres Körpers während dem eigentlichen Fasten.

Bekannte Arten des sogenannten „Heilfastens“

  • Beim Buchinger-Heilfasten (Otto Buchinger, deutscher Arzt, 1878–1966) wird mit Gemüsebrühe und Säften eine geringe Menge an Energie, Vitaminen und Mineralstoffen zugeführt. Das verringert laut Buchinger die Belastung für den Stoffwechsel. Hinzu kommen Einläufe, die der Darmreinigung dienen sollen.
  • Beim Fasten nach Mayr (auch bekannt als Franz-Xaver-Mayr-Kur) ist die Grundlage die „Milch-Semmel-Diät“, es wird ein individueller Ernährungsplan aufgestellt.
  • Beim Saftfasten werden nur Obst- und Gemüsesäfte getrunken, wie etwa bei der Breuß-Kur.
  • Die Markert-Diät kombiniert Gemüsebrühe mit einem Eiweißzusatz.
  • Beim Früchtefasten werden nur Früchte, Gemüse, Kräuter und Nüsse konsumiert.
  • Beim eiweißergänzten Fasten wird täglich ein Quantum Buttermilch oder ein spezielles Eiweißkonzentrat (auch bekannt als Ulmer Trunk) verzehrt. Dies soll große Eiweißverluste des Körpers verhindern und ihn veranlassen, mehr Fett als Eiweiß abzubauen.
  • Beim Molke-Fasten wird auf die Aufnahme fester Lebensmittel komplett verzichtet. Man nimmt über den Tag verteilt 1 Liter Molke zu sich, ferner 0,5 Liter Obstsaft (Zufuhr von Vitaminen, Mineralien und Energie) und 3 Liter kohlensäurefreies Wasser, welches bestimmte Körperfunktionen und die sogenannte Entschlackung und Entgiftung fördern und das Hungergefühl reduzieren soll. Zusätzlich wird jeden Morgen ein Glas (0,2 Liter) Sauerkraut- oder Pflaumensaft getrunken. Er soll den Darm „reinigen“ und helfen, im Körper vermutete Schadstoffe aus dem Körper zu entfernen.
  • Beim Teefasten wird ebenfalls auf feste Nahrung verzichtet, ebenso auf das Trinken von Säften. Man trinkt ausschließlich Tee und Wasser – nur kohlensäurearmes Wasser. Diese extremere Form des Fastens wird von Ärzten und einschlägigen Büchern nur vollkommen gesunden Menschen erlaubt bzw. empfohlen.
  • Auch die Schrothkur gilt als Fastenkur. Hier wechseln sich Trinktage und so genannte Trockentage ab.

Was versteht man unter Entgiftung?
Wir können die Zeit nicht zurückdrehen. Wir müssen damit leben, dass bereits über 30.000 chemische Substanzen aus der Umwelt, der Nahrung oder dem Wasser unser Leben täglich belasten. Und es werden sogar durch die Entwicklung und die Industrie jeden Tag mehr Schadstoffe mit denen unser Körper klar kommen muss. Unsere fleißigen Entgiftungsorgane, nämlich unsere Leber und unser Darm müssen stetig gute Arbeit leisten, damit unser Wohlbefinden so gut es geht erhalten bleibt. Bei sogenannten Entgiftungen oder Entgiftungskuren wird versucht Giftstoffe (Toxinen) aus dem Körper aktiv zu entfernen und die Organe mit wichtigen Ergänzungsmitteln zu stärken und zu fördern. Viele sogenannten Darmreiniger werben damit schädliche Bakterien im Körper abzubauen und erklären Kunden, sobald es der Darmflora gut geht, wird das eigene Immunsystem somit auch gestärkt. Die Darmflora schützt vor Allergenen und das eigene Wohlbefinden steigt spürbar an. Man kann die Devise der Verkäufer für Nahrungsergänzungsmitteln also wie folgt deuten: Je gesünder die eigene Darmflora ist, desto besser geht es dem Körper und er kann sich vor äußeren Einflüssen schützen.

Bei einer Entgiftung des Körpers werden Shakes zu sich genommen oder Kapseln geschluckt. Unternehmen nennen diese Kuren Detox, um die Nahrungsergänzungsmittel zu beschreiben und auf dem Markt anzubieten. Diese Kuren gehen etwa 30 Tage und bauen die Darmflora wieder auf. Besonders für Leute mit Darmproblemen wird diese Kur empfohlen. Die darin enthaltenen Flohsamenschalen in Kombination mit weiteren Inhaltsstoffen sollen reinigend auf den Darm wirken und die Tätigkeit des Darms positiv beeinflussen.


Folgende Stoffe belasten den Körper im Alltag

Stoffe, die als Abfallprodukte bei der Verstoffwechselung von Nährstoffen entstehen, dazu gehören hauptsächlich:

  • Säuren

Stoffe, die als Schadstoffe Bestandteil der Nahrung sind. Dazu gehören toxische Spurenelemente, wie:

  • Blei
  • Cadmium
  • Quecksilber
  • Arsen

Nahrungsbestandteile, die bei der Züchtung/Verarbeitung/Lagerung zugesetzt werden, wie:

  • Nitrat
  • Pestizide
  • Arzneimittel
  • Farbstoffe
  • Konservierungsstoffe
  • Weichmacher aus Verpackungsmaterialien
  • Benzpyrene in Räucherwaren
  • Schimmeltoxine
  • Zinn aus Konserven

Natürliche toxische Nahrungsbestandteile, wie:

  • Solanin
  • blausäurehaltige Glukoside
  • Oxalsäure
  • Nitrat
  • Phytinsäure
  • toxische Proteine (Proteaseinhibitoren/Hämaglutinine)
  • Histamin (biogene Amine)

Kann ich ohne spezielle Produkte meinen Körper entschlacken?
Natürlich können Sie das – Sie können Ihren Körper beim natürlichen und alltäglichen Entschlackungsprozess unterstützen, indem Sie mindestens 2 bis 3 Liter täglich trinken und gegebenenfalls sogar mit Kräutertee der natürlichen Entschlackung vorbeugen. Mit einer bedarfsgerechten und ballaststoffreichen Ernährung entlasten Sie Ihren Darm bei der Tätigkeit. Führen Sie Ihrem Körper Proteine mit hoher biologischer Wertigkeit zu und eine ausreichende Zufuhr von Vitalstoffen. Bewegen Sie sich viel und versuchen Sie Stress möglichst zu vermeiden, denn das versetzt Ihren Körper in Ausnahmezustände bei denen der Körper viele Prozesse stoppt und schnell aus dem Gleichgewicht geraten kann.

Das traditionelle Vollfasten als knallharte Diät um den Körper zu reinigen
Viele Menschen verbinden das Abnehmen mit dem traditionellen Entschlacken. In der traditionellen Variante der Entschlackung isst man nichts. In der Regel dauert diese Art von Kur 14 Tage und während dieser Zeit wird Wert auf das Trinken gelegt, denn Experten gehen davon aus, dass der Körper somit automatisch den Entgiftungsprozess einleitet – wissenschaftlich belegen konnte das jedoch noch niemand. Insgesamt bis zu 8 Liter täglich konsumiert ein Mensch zur Fastenkur. Wasser, Kräutertee, Gemüsesäfte, Gemüsebrühe, Einmal-Klistier oder Glaubersalz sind hier die beliebtesten Flüssigkeiten die man zu dieser Zeit zu sich nimmt, um den Darm zu reinigen, um den Körper zu unterstützen Giftstoffe während dieser Zeit auszuspülen und sich wichtige Mineralstoffe, Vitamine und Vitalstoffe zuzuführen, um das eigene Wohlbefinden nicht zu gefährden.

Was passiert beim Fasten im Körper?
Wenn dem Körper plötzlich keine Nahrung zugeführt wird, schaltet dieser nach 1-2 Tagen auf den sogenannten „Hungerstoffwechsel“ um, bei dem so wenig Energie wie möglich verbraucht wird. Der Blutdruck im Körper sinkt und wird entwässert. Die Folge ist, dass man ständig auf die Toilette muss und demnach viel mehr trinken sollte. Es gibt Mediziner, die das Fasten als starke körperliche Belastung bezeichnen und es daher nur wirklich gesunden Menschen empfehlen, wenn überhaupt. Nach mehreren Tagen werden die Eiweiß- und Fettreserven des Körpers allmählich aufgelöst. Bei diesen Stoffwechselvorgängen bilden sich Ketokörper wie Aceton, erkennbar an Mund- und Körpergeruch. Bei längerem Fasten schüttet der Körper auch Endorphine aus, um die „Hungerphase“ erträglicher zu machen. Pro Tag verlieren Fastende im Durchschnitt etwa 400 Gramm Gewicht, am Anfang vor allem Eiweiß und damit Muskelsubstanz, sofern kein Eiweiß zugeführt wird. Bei einer kurzen Fastendauer kann dieser Verlust in kurzer Zeit wieder ausgeglichen werden. Mehrwöchiges Fasten kann den Herzmuskel angreifen und sogar lebensbedrohlich werden.

Welche Organe werden regelmäßig bei der Entgiftung unterstützt?

1. Darmreinigung oder Darmsanierung
2. Lunge reinigen und säubern
3. Leber reinigen


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Die Informationen in unseren Artikeln werden nach bestem Wissen und Gewissen unsererseits weitergegeben. Sie sind ausschließlich für Interessierte und zur Fortbildung gedacht und keinesfalls als Diagnose- oder Therapieanweisungen zu verstehen. Wir übernehmen keine Haftung für Schäden irgendeiner Art, die direkt oder indirekt aus der Verwendung der Angaben entstehen. Bei Verdacht auf Erkrankungen konsultieren Sie bitte Ihren Arzt oder Heilpraktiker.

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